Die Donaustrategie - oder wie der Stör die Schwaben erneut nach Rumänien bringt.

Der Stör ist vom Aussterben bedroht. Er lebt im Schwarzen Meer und braucht die Donau als Rückzugsgebiet für den Nachwuchs. Früher wanderten die Fische donaufwärts bis nach Regensburg. Heute ist der Fluß für Fischwanderungen blockiert. Die ist eine Herauforderung, der sich die EU-Donaustrategie stellt. Bleibt aber noch die schlechte Wasserqualität, die das Überleben des Störs im Fluß gefährdet (S. 35 u. 38 des Aktionplans). Kann man derart viele und große Kläranlagen entlang der Donau bauen, um die Wasserqualität hinreichend zu verbessern? Vermutlich könnte man - leistungsfähige Hersteller gibt es im Schwabenland. Nur bezahlen kann dies niemand in diesem Ausmaß. Besser ist also, eine vernünftige Kapazität zur Wasserreinigung aufzubauen und darüber hinaus die Entstehung von Schmutzwasser zu vermeiden. Dies erfordert eine Modernisierung der Industrie besonders im südöstlichen Donauraum (S. 64 ff). Know-how und Technologien sind vorhanden - bei den Schwaben. Beides kann übertragen werden, setzt aber voraus, dass vor Ort qualifizierte Fachkräfte die Anlagen betreiben. Stellt sich die Frage nach der Berufsausbildung. In Rumänien existiert die duale Berufsausbildung nach schwäbischem Vorbild (siehe Ferdinand von Steinbeis) nicht. Auch hier setzt die Donaustrategie an (S. 4, 67 u. a.). Damit Rumänien langfristig nicht nur Anlagen importieren muss, ist die Ausbildung von Ingenieuren und Wissenschaftlern wichtig - und von Unternehmern, welche die eigentliche Bedeutung des Unternehmertums verstanden haben (S. 74, 83 u. a.). Zu begleiten ist all dies durch etablierte Institutionen, die den Schwaben geholfen haben und die auch den Rumänen helfen können.

Und sollte jemand den Stör nicht mögen? Dann gibt es andere Tiere, für die der durchgängige und saubere Lebensraum Donau wichtig ist. Und sollte doch jemand die Schwaben nicht mögen, dann gibt es Österreicher, Ungarn und viele andere die einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leisten können. Am Besten ist ohnehin, wenn Alle zusammen arbeiten.

Die oben genannte Darstellung der Zusammenhänge ist extrem grob. Zu jedem beispielhaft genannten Themengebiet sind weitere Verbindungen ableitbar und Verzweigungen zu entwickeln. Es entsteht ein Geflecht von "roten Fäden". Alle führen zur Verbesserung der Lebensbedingung von mehr als 100 Mio. Menschen im Donauraum. So komlex die Herausforderungen nun sind, so groß sind auch die Chancen. Die Donauanrainer haben die Chancen erkannt. Der Aktionsplan ist am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet und zeigt deutlich auf, dass die Projekte gemeinsam auszuführen sind - eine echte Strategie für den gesamten Donauraum.

Ulm am 09.12.2010

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Chor "Armonia", Baia Mare, sorgt für den feierlichen Rahmen
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Informations- und Pressegespräch
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Last update 14. December, 2010